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Vee & Fun
Produzentengalerie Kavalierhaus Langenargen
Untere Seestrasse 7, 88085 Langenargen
 
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07. bis 28. August 2005

   
 
 
 
Eröffnungsrede von Gabriel Zuchtriegel, Kavaliershaus Langenargen August 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

Einmal, als ich Verena Wulz in Berlin traf, fragte sie mich, welche Farbe meiner Meinung nach eine bestimmte Person - eine gemeinsame Bekannte ¬habe. Ich wusste nichts zu antworten, was sie aber auf keinen Fall akzeptieren wollte. Als ob es das Allergewöhnlichste wäre, sich über andere in Farben zu unterhalten, bohrte sie solange nach, bis ich schließlich aus Verlegenheit einfach irgendeine Farbe sagte, ich glaube: gelb.

Sie fand das sehr interessant und zog weitereichende Schlüsse daraus. Farben, Formen und Materialien als Elemente einer Sehsprache, ihre Abhängigkeiten, ihre Grammatik gewissermaßen und ihre performative Macht interessieren Verena Wulz weit mehr als die Präsenz eines unabänderlichen, absoluten und von vornherein anvisierten Inhalts. Ihre Bilder bestehen oft aus zahlreichen Schichten, deren unterste im Endergebnis, das vom Anfang her offen ist, manchmal gar nicht mehr zu erkennen ist. Das Malen dient ihr nicht dazu, Realität abzubilden, sondern ist selbst ein Aneignen und Hervorbringen von Realität. Es beschränkt sich daher auch nicht auf die Leinwand, sondern schließt Wände, Böden und Möbel mit ein, wie jeder weiß, der sie einmal zuhause in ihrem Atelier besucht hat.

Sie produziert auch Taschen, häkelt Schuhe - und zwar aus demselben Interesse an dem, was die kunstwissenschaftliche Terminologie als "Form" vom "Inhalt" abzuspalten versuchte. Doch dieses Gegensatzpaar von Form und Inhalt mit der ihm innewohnenden Hierarchie, die das Bild zum Abbild macht, ist von Verena Wulz' Standpunkt aus nicht verständlich.

Die Ornamente, die sie in den hier gezeigten Bildern oft verwendet, sind keine dekorativen Beigaben, die den Zweck haben, etwas anderes, weiteres zu ornamentieren, zu schmücken, sondern vielmehr Elemente, Morpheme einer Sprache für die Augen mit der Kapazität, eine Aussage zu produzieren. Das Ornament als Träger von Energie und Fülle steht hier nicht in der Tradition der sparsam und reguliert verwendeten Rosetten und Borten an griechischen Tempeln, sondern erinnert eher an buddhistische Heiligtümer. Das Arrangement der Bilder hat auch etwas Altarhaftes und schafft einen Ort der Wärme und Kraft.

 

  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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